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Verwendung von OAI-PMH

1. Welche Metadaten sollen geliefert werden?

Der Datenprovider soll sich im Klaren sein, welche Metadaten für das Harvesting über OAI-PMH zur Verfügung gestellt werden sollen. Dies kann beschreibende Metadaten, wie den Titel und das Leitthema, sowie technische Metadaten, wie das Medienformat und die Mediennutzungsrechte, beinhalten. Dabei sollen zumindest die Mindestanforderungsfelder, besser aber noch mehr Metadaten (zB.: über Ort, Zeit, Handlungsträger, Konzepte, …) geliefert werden, um das Objekt bestmöglich zu kontextualisieren und es demnach auch in verschiedenen Benutzerszenarien auffindbar zu machen.

Die Mindestanforderungen können im Buch "Leitfaden Anforderungen und Empfehlungen" gefunden werden. Natürlich können noch mehr Metadaten als die Pflichtfelder geliefert werden.

2. Welche Collection-Management-Software soll ich auswählen?

Eine Collection-Management-Software erlaubt es, die Daten zu den Objekten in der Institution zu organisieren, zu kontrollieren und zu verwalten. Es gibt viele verschiedene Collection-Management-Softwares, die den OAI-PMH Standard unterstützen. Dabei ist es wichtig, ein Programm zu finden, das sowohl mit den bereits bestehenden Systemen in der Institution kompatibel ist, als auch die gewünschten Metadaten liefern kann.

Eine Liste verschiedener Collection-Management-Softwares kann im Kapitel "Empfehlungen Software" im Buch "Empfehlungen" gefunden werden. Für einige Softwares gibt es auch vom Anbieter eigens angefertigte Plugins.

3. Wie konfiguriere ich die Collection-Management-Software?

Der Datenprovider muss die Collection-Management-Software so konfigurieren, dass die gewünschten Metadaten über die OAI-PMH Schnittstelle abgefragt werden können. Dies kann die Konfiguration der Software für die Verwendung bestimmter Metadatenschemen, die Einrichtung von Zugriffskontrollen und die Konfiguration der Servereinstellungen umfassen.

Als Hilfestellung zur Implementierung bietet diese Website von OAI Links zu verschiedenen Programmen, die von Mitgliedern der Open Archives Initiative Community erstellt wurden.

4. Was soll die OAI-PMH Schnittstelle alles können?

Das OAI-PMH Protokoll enthält sechs Basisfunktionen: Identify, ListMetadataFormats, ListSets, ListIdentifiers, ListRecords, und GetRecord. Diese Befehle werden mit „?verb=“ an die URL zum Repositorium der Institution (baseURL) angehängt.

Identify: zeigt die allgemeinen Informationen zum OAI-Repositorium an. Das sind, zum Beispiel, der Name des Repositoriums, der baseURL und die Version des Protokolls.

ListMetadataFormats: listet die Metadatenformate, welche vom Archiv für den Export unterstützt werden, auf.

ListSets: gibt hierarchische Informationen zu der Sammlung, in der alle Kataloge (Datensets) organisiert wurden.

ListIdentifiers: liefert den Header (Dateikopf) aller Datensätze, welche mit den angegebenen Parametern* übereinstimmen.

ListRecords: liefert mittels der Angabe von Parametern* die Datensätze. Für selektives Harvesting kann die Anfrage auf Datensätze aus einem bestimmten Datenset oder einem bestimmten Zeitraum, wobei die Zeit immer die koordinierte Weltzeit UTC ist, beschränkt werden.

GetRecord: liefert einzelne Datensätze durch die Angabe eines Identifiers und eines Präfixes.

*Parameter können die folgenden sein:

  • from – Startdatum
  • until – Enddatum
  • set – Datenset, welches eingesammelt werden soll
  • metadataPrefix – Metadatenformat
  • resumptionToken – Datenflusssteuerung

Der Datenprovider sollte auch Fehlerbehandlungsmechanismen implementieren, um sicherzustellen, dass der Server auch bei Fehlern oder unvollständigen Daten angemessen auf Anfragen reagieren kann. Die definierten Fehlerkennungen sind: badArgument, badResumptionToken, badVerb, cannotDisseminateFormat, idDoesNotExist, noRecordsMatch, noMetaDataFormats, und noSetHierarchy.

Der Datenprovider muss die Metadaten zu einem Standard mappen, welcher durch die OAI-PMH Schnittstelle angeboten wird. Dabei ist der Dublin Core Standard der mindestens verpflichtete Standard, empfohlen ist das Mapping zum EDM Standard.

Die Datendarstellung soll auch einheitlich erfolgen:

  • Datumsangaben im Format YYYY-MM-DD
  • Datumsangaben mit Zeitstempel (in koordinierter Weltzeit) im Format YYYY-MM-DDThh:mm:ss
  • Der Sprachtag soll einheitlich für alle Daten sein, folgend zB. dem ISO 639-3 Standard. (deu, eng, …)
  • Mehrere Werte sollen in eigene XML Elemente aufgeteilt werden, zB.:

Anstatt von <dc:creator>Smith, Adam; Nahs, John</dc:creator> soll folgendes ausgegeben werden:

<dc:creator>Smith, Adam</dc:creator>
<dc:creator>Nahs, John</dc:creator>

5. Wie stelle ich sicher, dass alles funktioniert?

Der Datenprovider sollte die OAI-PMH-Implementierung testen, um sicherzustellen, dass sie ordnungsgemäß funktioniert und die Metadaten wie erwartet verfügbar gemacht werden. Dies kann zB. über die von OAI-PMH auf der Website zur Verfügung gestellte Validierung geschehen.

6. Wie kann ich meine Daten der Öffentlichkeit zeigen?

Schließlich sollte der Datenprovider sein Repositorium bei einem OAI-PMH-Dienstanbieter oder Aggregator registrieren, damit andere die Metadaten entdecken und sammeln können.

Der Datenprovider kann sich auch freiwillig bei OAI-PMH registrieren, wobei die Registrierung auch einige Vorteile mit sich bringt. Neben Testungen zur Konformität des Repositoriums ist dann auch die zur Verfügung gestellte Datenbank öffentlich zugänglich für andere Aggregatoren und OAI-PMH Dienstanbieter.


Weitere Informationen können Sie hier finden: