OAI-PMH

Eine oft verwendete Schnittstelle ist das Open Archives Initiative Protocol for Metadata Harvesting (OAI-PMH), welches als Protokoll das Sammeln der Metadaten standardisiert. Es liefert über einfache Anfragen die Antwort in XML, welche die angeforderten Metadaten enthält. Dabei ist diese Art der Informationsübertragung unabhängig von der verwendeten Anwendung, weshalb Schwierigkeiten bei der Anknüpfung verschiedener Softwares wegfallen. Der Datenprovider kann diese Verbindung sowohl ohne Kosten als auch ohne Registrierung nutzen.

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Abbildung 1: Darstellung einer Datenabfrage eines Serviceproviders über eine OAI-PMH Schnittstelle mit mehreren Datenprovidern.

Das Protokoll wurde von der „Open Archives Initiative (OAI)“ entwickelt, einer Gruppe, die sich der Standardentwicklung für den digitalen Datenaustausch widmet. Das OAI-PMH ist ein Protokoll, das zwei Repositorien (Archiven) erlaubt, Metadaten frei weiterzugeben und auszutauschen.

Das Grundprinzip von OAI-PMH ist die Vereinfachung der Weitergabe von Metadaten über einen festgelegten Standard zwischen zwei (oder mehreren) Einrichtungen. Durch ein gemeinsames Protokoll können Repositorien so ihre Metadaten möglichen Benutzern (auch anderen Repositorien), Suchmaschinen und digitalen Bibliotheken zur Verfügung stellen. Mindestens vorgeschrieben ist dabei der Dublin Core Standard, die Erweiterung mit zusätzlichen Standards wird aber auch empfohlen und praktiziert. Insgesamt hat sich OAI-PMH als Standard für den Austausch von Metadaten zwischen digitalen Repositorien weithin etabliert. Es spielt eine wichtige Rolle darin, das Wachstum digitaler Bibliotheken zu fördern und digitale Inhalte für Benutzer auf der ganzen Welt zugänglicher zu machen. Deswegen ist das Protokoll leicht aufgebaut und leicht zu implementieren, was es für Institutionen verschiedener Größen attraktiv macht.

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Abbildung 2: Aufbau einer Metadatenabfrage mit OAI-PMH. Der Serviceprovider sendet eine Anfrage aus, die von der Schnittstelle des Webservers des Datenproviders entgegengenommen und analysiert wird. Je nach Größe und Richtigkeit der Anfrage zu den Metadaten wird diese an die eigene Datenbank weitergeleitet. Die Daten und Metadaten werden in die XML-Antwort eingefügt und an den Serviceprovider weitergeleitet.

Basierend auf einer Client-Server-Architektur kann der Serviceprovider die Metadaten mit Hilfe spezieller Befehle von der Datenbank des Datenproviders abrufen. Der Server des Datenproviders antwortet dann mit den Metadaten in einem standardisierten Format. Veränderte Metadaten erhalten immer den Zeitstempel des Änderungsdatums, weshalb beim nächsten Harvestzyklus neue und veränderte Daten immer mitgeliefert werden. Über eine Datenabfrage vom Serviceprovider werden die Metadaten der Objekte von einem bestimmten Katalog oder in einem bestimmten Zeitintervall angefordert, wobei der Zeitstempel der letzten Abfrage mitgeliefert werden kann. Somit wird sichergestellt, dass keine Änderungen verpasst werden und keine irrelevanten Daten transportiert werden müssen.

 

Weitere Informationen können Sie hier finden:

Link zur Open Archives Initiative


Version #16
Erstellt: 16 Mai 2023 07:35:37 von EW
Zuletzt aktualisiert: 1 Juni 2023 08:08:25 von EW